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	<title>Theoconomy &#124; Kritik am islamischen Wirtschaftssytem</title>
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	<description>Islamistisch gesteuerte Geldflüsse gefährden unsere Freiheit</description>
	<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 10:42:34 +0000</pubDate>
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		<title>Vertreter islamischen Wirtschaftens nutzen Finanzkrise aus</title>
		<link>http://theoconomy.de/vertreter-islamischen-wirtschaftens-nutzen-finanzkrise-aus/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 19:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Islamic Finance]]></category>

		<category><![CDATA[Islamic Insurance]]></category>

		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Wirtschaftskrise erfasste als erstes den Banken- und Finanzsektor, da dort mit ungedeckten Krediten und überzogenen Renditen gerechnet wurde. Das machen sich nun die Promoter des Islamic Banking nun zu nutzen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Wirtschaftskrise erfasste als erstes den Banken- und Finanzsektor, da dort mit ungedeckten Krediten und überzogenen Renditen gerechnet wurde. Das machen sich nun die Promoter des Islamic Banking nun zu nutzen: </p>
<p>Da das islamische Recht den Zins angeblich verbietet, wird in immer mehr muslimischen Ländern ohne direkte Guthaben- und Kreditzinsen gewirtschaftet. Die Verzinsung habe aber maßgeblich zum Zusammenbruch des westlichen Wirtschaftssystems beigetragen. <span id="more-71"></span></p>
<p>Doch steht die islamische Wirtschaft nun wirklich besser da, wie so gerne <a href="http://moneycab.presscab.com/de/templates/?a=55230&#038;z=81">behauptet</a> wird? Wird wirklich kein Zins im islamischen Finanzsystem verwendet? Und wovon lebt dann die islamische Wirtschaft? Oder wird so vorwiegend der fundamentalistische Islam verbreitet? <!--break--></p>
<p><strong>Was schreibt der Islam wirklich vor?</strong></p>
<p>Zunächst gilt es zu fragen, was der Islam wirklich bezüglich des Handels und des Geldes vorschreibt. Als maßgeblich galt lange das Werk <a href="http://europenews.dk/de/node/2443">„Islam und Kapitalismus“</a> des französischen Sozialwissenschaftlers Maxime Rodinson. Es verneinte allerdings einen Einfluss des Islam auf die wirtschaftliche Entwicklung muslimischer Gesellschaften und Länder weitestgehend, was auch an der marxistischen Sichtweise des Autors liegt. </p>
<p>Mittlerweile ist unser Erkenntnisstand über das islamisch regulierte Wirtschaften wesentlich größer. Die Vertreter dieses Systems lesen aus den Quellen Koran und Sunna vor allem ein Verbot des Zins (arab.: riba) und die Pflicht zur Almosenabgabe (arab.: zakat). Geschäfte mit Schweinefleisch und Alkohol sind untersagt, Glückspiel und Prostitution ebenfalls. Natürlich darf auch nicht in Firmen investiert bzw. mit ihnen gehandelt werden, wenn sie eines dieser verbotenen Geschäfte betreiben. </p>
<p><strong>Kritik und Versagen des Systems</strong></p>
<p>Das islamische Wirtschaften hat heftige Kritik bekommen. So wird der verbotene Zins einfach indirekt berechnet. Möchte ein Muslim beispielsweise einen Kredit für einen Autokauf aufnehmen, kann er dies nicht, da die Bank Zinsen verlangen würde. Deswegen kauf stattdessen die islamische Bank das Auto und verkauft es zu einem höheren Preis in Raten an den Muslim. Der Preisunterschied stellt aber nichts anderes als Zins dar. Ebenso wurde mehrfach nachgewiesen, dass die Almosensteuer Zakat nur den ärmeren Bevölkerungsschichten abgenommen wird, da nur die Gewerbe, die es zu Zeiten des Propheten Mohammed gab, besteuert werden. Das sind aber z.B. Reisbauern, die meist unter der Armutsgrenze leben. Außerdem bleibt ein großer Teil der staatlich verwalteten Almosensteuer in der Verwaltung hängen, Korruption ist weit verbreitet. Die ausgeschütteten Gelder gehen dann vor allem religiösen Zwecken, wie Koranschulen zu. </p>
<p>Timur Kuran, Professor an der Universität of Southern Californa, hat in <a href="http://europenews.dk/de/node/5896">„Islam &#038; Mammon“</a> oben genanntes eindrücklich nachgewiesen. Vor allem aber hat er das gesamte islamische Wirtschaften als eine Strategie des fundamentalistischen Islam bzw. Islamismus entlarvt. Für Kuran begründet Islamic Banking &#038; Co. sich weniger auf koranische Quellen und Tradition, da diese nur im Wirtschaftssystem des 7. Jahrhunderts verständlich und sinnvoll sind. Vielmehr handelt es sich dabei um die Machtbestrebungen des Islamisten Savyid Abul-Ala Mawdudi (1903-79) im damaligen Indien (heutiges Pakistan). Durch die Entstehung der Öl-Wirtschaft und die Ölkrise Anfang der 1970er Jahre erfuhr das Konzept des islamischen Wirtschaftens einen massiven Aufschwung. </p>
<p>Diese Sichtweise bestätigt, dass die heutigen Vordenker einer islamisch regulierten Wirtschaft unter dem Deckmantel eines gerechten Gesellschaftssystems das islamische Recht, die Scharia, in den westlichen Staaten verbreiten wollen. Einer dieser Vertreter ist z.B. Hatem Imran mit seinem Buch <a href="http://europenews.dk/de/node/4193">„Das islamische Wirtschaftsrecht“</a> dem Umkreis der fundamentalistischen Muslimbruderschaft zuzuordnen ist. </p>
<p><strong>Schützt Islamic Banking vor der Wirtschaftskrise? </strong></p>
<p>Es ist wahr, dass die islamische Wirtschaft von der Wirtschaftskrise nicht so massiv betroffen ist. Durch die Globalisierung des Finanzmarktes musste sie aber trotzdem Verluste hinnehmen. So ließ der Saudische König beispielsweise wirtschaftlich schwachen Familien knapp fünf Milliarden Euro zukommen. </p>
<blockquote><p>„Aufkommende Panik oder zumindest die Angst vor großen Verlusten bringt dabei vielen Arabern, aber auch Iranern und Muslimen anderswo in Erinnerung, dass manches von dem vielleicht hätte verhindert werden können, wenn man den Geboten der Religion gefolgt wäre.“ [<a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3750047,00.html">Quelle</a>]</p></blockquote>
<p>Auch die <a href="http://www.islamische-zeitung.de/?id=10938">„Islamische Zeitung“</a> nutzt die Finanzkrise um auf die angeblichen Vorteile islamischen Wirtschaftens hinzuweisen. Dabei muss man beachten, dass das Medium dem fundamentalistischen Islam in Deutschland zuzurechnen ist [Thomas Tartsch: Da‘wa und Jihad. Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus, Bochum 2008, S. 260].</p>
<p>Auch der Iran lobpreist nun seine islamische Ökonomie, die der Finanzkrise standhielte. Zumindest hinsichtlich er Börsen muss man aber feststellen: <em>„Letztendlich waren es die von den USA und dem UN-Sicherheitsrat implementierten Sanktionen, die den Iran vom internationalen Finanzmarkt abkoppelten und ihn so ironischerweise vor Schaden bewahrten.“ [<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29016/1.html">Quelle</a>] </em></p>
<p>Dieser Artikel erschien auch auf <a href="http://europenews.dk/de/node/15554">EuropeNews</a> </p>
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		<item>
		<title>Buchkritik: Timur Kuran &#8220;Islam &#038; Mammon&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-timur-kuran-islam-mammon/</link>
		<comments>http://theoconomy.de/buchkritik-timur-kuran-islam-mammon/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2008 21:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

		<category><![CDATA[Islamic Finance]]></category>

		<category><![CDATA[Zakat]]></category>

		<category><![CDATA[Zinsverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[Weder greifen Zinsverbot und Zakat, noch ist das islamische Wirtschaften genuin islamisch – stattdessen exportiert es Islamismus und politische Unterdrückung! ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weder greifen Zinsverbot und Zakat, noch ist das islamische Wirtschaften genuin islamisch – stattdessen exportiert es Islamismus und politische Unterdrückung! </strong></p>
<p>Eine Wirtschaft im Sinne des Islam gibt es eigentlich gar nicht, behauptet Timur Kuran, Professor für Recht, Wirtschaft und Islamische Kultur an der Universität of Southern California. Die Koranverse sagen zu wenig aus, Zinsverbot und Armensteuer werden umgangen und missbraucht. Stattdessen ist die islamische Wirtschaft eine Erfindung aus dem 20. Jahrhundert, die der Separation der Muslime und der Politisierung des Islams dient. <span id="more-43"></span></p>
<p>Anhand dreier maßgeblicher Parameter für islamisches Wirtschaften, Zinsverbot, Zakat (Armensteuer) und ethischer Normen, untersucht der Autor in „Islam &#038; Mammon“ die Funktionsweisen und das Versagen einer vermeintlich islamischen Wirtschaft. Das Buch besteht aus sechs bereits einzeln veröffentlichten Essays und weist daher häufige Dopplungen auf, deckt dafür aber einen sehr breiten Themenrahmen ab. Dabei wird insbesondere die politische Instrumentalisierung der Wirtschaft durch Islamisten deutlich.<br />
<strong><br />
Erfindung und koranische Quellen</strong></p>
<p>Entgegen weitverbreiteter Meinung ist das Wirtschaften im Sinne des Islams laut Timur Kuran kein typisches Merkmal dieser Religion. Nur 0,3 Prozent der Koranverse enthalten entsprechende Angaben, diese sind nahezu beliebig auslegbar und nur im historischen Kontext des 7. Jahrhunderts verständlich. Damals galten ganz andere Bedingungen in einer wesentlich einfacher strukturierten Wirtschaft. Es ist aber ein typisches Phänomen für den Islam, rückwärtsgewandt sein Ideal in seinen Anfängen zu suchen: Das ‚Goldene Zeitalter‘ während der Lebenszeit des Propheten Mohammed und der vier rechtgeleiteten Kalifen.</p>
<p>Die islamische Wirtschaft, wie sie heute im Sinne von scharia-gerechtem Banking praktiziert wird, ist aber eine Erfindung vom Beginn des 20. Jahrhunderts in Indien (heutiges Pakistan). Den großen Aufschwung erhielt es erst durch die massiven Preissteigerung des Erdöls in den 70er Jahren. Der wesentliche Vordenker war Savyid Abul-Ala Mawdudi (1903-79), der den Islam als vollständige Regulierung des Lebens betonte. In erster Linie ging es ihm darum, die Einheit der Muslime und eine Abgrenzung der islamischen von der westlichen Welt zu fördern. Erst in zweiter Instanz zielte er auf ein sinnvolles Wirtschaften. Mawdudi wollte angesichts der industriellen Revolution in Europa Indiens Muslime modernisieren und zugleich an ihren Glauben rückbinden. Sein ‚Reform-Islamismus‘, so paradox diese Wortkombination klingen mag, lebte von der Idee einer Modernisierung ohne Verwestlichung. Die politischen Züge warem dem islamischen Wirtschaften also von Anfang an immanent.</p>
<p>Mawdudis Bezug auf das ‚Goldene Zeitalter‘ des Islams verkennt allerdings die zu dieser Zeit vorherrschende Armut und harten Lebensbedingungen im arabischen Raum. Die wirklich erfolgreichen Zeiten islamischer Herrschaft, wie das Osmanische Reich und das islamische Spanien, konnten für Mawdudi nur als Seitenbeweis für den Erfolg islamischen Wirtschaftens gelten, da dort eine massive Vermischung der Kulturen und Akzeptanz der anderen Religionen stattfand. Mawdudi hingegen strebte die Separation der Muslime an. Ebenso, wie der weitere maßgebliche Denker des wirtschaftlichen Islams, Sayyid Qutb (1906-66), der bekanntlich für die Entstehung der islamistischen Muslim-Bruderschaft verantwortlich ist.</p>
<p><strong>Das Zins-Verbot</strong></p>
<p>Bei dem Zinsverbot im Islam handelt es sich eigentlich um ein Gegenmittel zum vorislamischen ‚riba‘, der Verdopplung der Schulden bei verspäteter Rückgabe. Da auch der Aufschlag bei erneuter Verspätung verdoppelt wurde, heute bekannt als Zinseszins, führte diese Praxis oft zur praktischen Versklavung der Schuldner.</p>
<p>Die heute üblichen zinsfreien Darlehen, Konten usw sind jedoch nichts anderes als die bloße Umbenennung von ‚Zins‘ im ‚Gebühr‘. So z.B. bei dem sogenannten ‚murabaha‘: Es handelt sich hierbei um eine verspätete Zahlung (Darlehen), bei der zusätzlich zum ursprünglichen Kaufpreis eine Gebühr berechnet wird. Das ist jedoch nichts anderes als Zins.</p>
<p>Dieser verschleierte Zins ist eigentlich noch eine größere Sünde für den Muslim, wie der Autor mit dem türkisch-islamischen Denker Suleyman Uludag zeigt: Nicht nur das Zins-Verbot wird gebrochen, die Kaufleute werden zudem noch daran gehindert, ehrlich und vertrauensvoll zu handeln. Wirtschaften im Sinne des Islam ist somit sein eigener Feind!</p>
<p>Desweiteren verhindert das islamische Wirtschaften, Kredite an Unternehmen mit Cash-Flow-Problemen oder an Start-Ups zu vergeben, da hier das Risiko nur vom Geldgeber getragen würde, was der Gleichverteilung von Risiko und Gewinn zwischen den Geschäftspartnern widerspricht. Somit wird allerdings das Wirtschaftswachstum im islamischen Raum behindert und Innovationen können nicht umgesetzt werden.</p>
<p><strong>Zakat</strong></p>
<p>Allgemein als Armensteuer bekannt, ist Zakat eine der fünf Säulen des Islams und muss somit von jedem Muslim gezahlt werden. Die Zahlung der Zakat ist meist freiwillig organisiert und von schlechter Zahlungsmoral gezeichnet. Nur wenige Staaten, wie Saudi Arabien, Malaysia und Pakistan, sammeln die Steuer staatlich ein. Allerdings entspricht die Definition von Zakat meist noch der koranischen, sprich dem 7. Jahrhundert: Viele Berufsgruppen sind davon ausgeschlossen, dafür werden vor allem die ärmeren Wirtschaftszweige belangt.</p>
<p>So zieht z.B. der Staat Malaysia Zakat vor allem bei den Reisbauern ein, die größtenteils unter der Armutsgrenze leben. Im Gegenzug erhalten sie aber kaum Auszahlungen der Armensteuer, da nur ein geringer Prozentsatz an die Armen geht, während der Großteil in der – teils korrupten – Verwaltung hängen bleibt oder an religiöse Einrichtungen geht. Die vermeintliche Armensteuer entzieht den Armen also Kapital, anstatt es ihnen zukommen zu lassen!</p>
<p><strong>Ethische Normen und Auswirkungen</strong></p>
<p>Timur Kuran zeigt auf, wie sich vor allem in den westlichen Ländern islamische Wirtschafts-Subkulturen bilden, da muslimische Händler vorwiegend untereinander handeln. Dafür lassen sich zwei Gründe anführen: Erstens könne der muslimische Händler sein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Religion durch islam-konformes Wirtschaften beruhigen. Zweitens sei die Kontaktaufnahme in einem Netzwerk Gleichgesinnter wesentlich einfacher. Bei allem Versagen von Zinsverbot, Zakat und ethischer Normen scheint also lediglich die politische Dimension ganz im Sinne Mawdudis zu funktionieren.</p>
<p>„Jede der beiden prinzipiellen Einrichtungen, die durch islamisches Wirtschaften erzeugt werden, Zakat und islamisches Banking, bietet die Quellen zur Finanzierung des islamischen Fundamentalismus, oder einfach Islamismus.“ Die Banken führen einen Teil ihrer Gewinne an religiöse Einrichtungen ab und in Ländern, in denen die Almosensteuer Pflicht ist, werden damit vor allem Koranschulen unterstützt, die eine islamistische Weltsicht verbreiten. Die politische bis terroristische Dimension des islamischen Wirtschaftens liegt also in der Unterstützung von Parteien oder Organisationen, die Muslime von Nicht-Muslimen wirtschaftlich, sozial und kulturell trennen wollen.</p>
<p>Der ‚Arab Human Development Report‘ (AHDR) bemängelt in der islamischen Welt vor allem fehlende Freiheit, Frauenbenachteiligungen und Wissenschaftsdefizite. Timur Kuran schlussfolgert: „Diese nicht zu verleugnenden Defizite vor Augen, scheint die Bedeutung der islamischen Wirtschaft weniger darin zu liegen, was sie anpreist, als vielmehr in den Themen, die sie vermeidet.“</p>
<p><strong>Der Verkauf unserer Freiheit</strong></p>
<p>Unter dem Vorwand einer gerechten und der Religion entsprechenden Wirtschaft wird ein System propagiert, das in der Scharia, dem islamischen Gesetz, seine perverse Krönung findet: Frauenunterdrückung, keinerlei Freiheit und bestialische Strafen. Es ist erschreckend, wie europäische und amerikanische Banken nach Petrodollar lechzend, islamisches Banking &#038; scharia-konforme Geldanlage in den freien Westen holen, ohne die politischen Auswirkungen auch nur im Geringsten zu verstehen. Für die dringend nötige Aufklärung ist dieses Buch ein erster, sinnvoller Schritt!</p>
<p><em>Timur Kuran: Islam &#038; Mammon. The Economic Predicaments of Islamism, Princetown University Press, 2006, ISBN: 0691126291, 21.99 € </em></p>
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		<item>
		<title>Buchkritik: Annette Ramelsberger &#8220;Der deutsche Dschihad&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-annette-ramelsberger-der-deutsche-dschihad/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 15:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Buch ruft in Erinnerung, was eigentlich allen deutlich sein müsste: Deutschland ist längst im Visier der islamistischen Terroristen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dieses Buch ruft in Erinnerung, was eigentlich allen deutlich sein müsste: Deutschland ist längst im Visier der islamistischen Terroristen!</strong></p>
<p>Gegen uns Deutsche haben die Islamisten doch nichts. Die wollen doch nur die USA, Großbritannien und Israel angreifen. So und ähnlich argumentieren wir gerne. Und vor allem unsere Politiker. Doch die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache: Mindestens sieben Anschläge wurden in den letzten Jahren auf Deutsche und in Deutschland von Islamisten geplant. Dass die meisten davon verhindert werden konnten oder schiefgingen, war vor allem eines: Glück. Die SZ-Redakteurin Annette Ramelsberger hat die Lage anhand vieler Details in einem Reportage-artigen Buch präzise beschrieben. Dabei will sie keine Panik stiften, sondern auf die verdrängte Systematik hinter den anscheinend nur einzelnen und schnell vergessenen Anschlägen hinweisen. <span id="more-47"></span><br />
<strong><br />
„Doch nicht Vorsicht ist dumm, sondern das Wegschauen aus Angst vor dem Untergang der heilen Welt“</strong></p>
<p>Verdrängen können die Deutschen gut. Schnell ist die Gefahr knapp vereitelter terroristischer Akte vergessen, stattdessen wird gegen zunehmende Überwachungsmaßnahmen wie die Online-Durchsuchung protestiert. Behörden und Fahnder haben das Problem, dass sie immer für zu radikal und Übertreiber gehalten werden. Denn wer will schon seine heile Welt aufgeben und den Blick auf eine Realität werfen, in der die islamistischen Attentäter längst unsere Nachbarn sind?</p>
<p>Vor allem zwei Typen von Terroristen scheinen vorzuherrschen. Einerseits eine junge Tätergeneration unter den muslimischen Migranten, die sich schnell vom netten Nachbarsjungen in hasserfüllte Islamisten wandelt. Dies sind die „homegrown terrorists“, meist die dritte Generation der Einwanderer, die weder Bindung an ihre kulturellen Wurzeln der Herkunftslandes, noch an Europa haben. Die Anschläge im Juli 2005 in London wurden von eben jenen verübt. Den Behörden ist das keinesfalls verborgen geblieben: „Schon seit Herbst 2005 bemerken Verfassungsschützer, wie Terroristen immer stärker auch die Türken in Europa ansprechen. So werden seitdem Internetseiten für Heilige Krieger ins Türkische übersetzt, die bis dahin nur auf Arabisch zu haben waren. Seit 2006 gibt es sie auch auf Deutsch.“ Die Radikalisierung erfolgt längst hier in Europa. Nach Pakistan gehen sie nur noch für die praktische Ausbildung zum Dschihadisten.</p>
<p>Der andere, besonders für den terroristischen Islam anfällige Typ, sind junge Deutsche mit schlechten Jugenderfahrungen, ohne familiäre Bindung und berufliche Aussichten. Werden sie konvertiert (von einem selbstständigen Konvertieren kann kaum die Rede sein), sind sie oft besonders eifrig und streben eine reine Lehre an. Sie werden gezielt von Islamisten rekrutiert, bei denen sie eine neue Familie finden und ihr Leben (oder Tod) einen Sinn erhält: „Sie fühlen sich schwach und suchen nach Stärke, sie suchen eine Gemeinschaft und finden eine Truppe, die sich für die Elite hält: die Elite des Glaubens, die Heiligen Krieger.“ Das Problem für die Behörden ist, dass die Konvertiten sich in der westlichen Gesellschaft sehr gut auskennen und ihre Strukturen nutzen können. Vor allem aber können sie sich frei durch Europa bewegen und fallen nicht auf, da sie weder ein Visum brauchen, noch von ihren Namen her hervorstechen.<br />
<strong><br />
Die Bedrohung fordert politische Konsequenzen</strong></p>
<p>Anhand der zahlreichen Beispiele kann die Autorin zeigen, wie die deutschen Fahnder immer wieder erfolgreich waren. Sie zeigt aber auch, dass die Ermittlungsbehörden ihre technischen und rechtlichen Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft haben. Die Terrorismus-Prävention kann niemals alle Bereiche genügend abdecken. Von den ca. 3,2 Mio. in Deutschland lebenden Muslimen gilt zwar nur ein Prozent als extremistisch. Das sind aber immerhin 32.000 Gläubige mit verschiedenster fundamentalistischer Abstufung. 300 bis 400 davon werden als „Gefährder“ eingestuft, jene, die einen Anschlag begehen wollen oder zumindest würden. Sind diese auch noch halbwegs zu überwachen, liegt das Problem darin, dass sie sich in der Menge von 32.000 mehr oder weniger Sympathisanten verstecken können. Diese „stille Zustimmung“ bereitet dem Verfassungsschutz massive Probleme. Immerhin gelten von den rund 2.900 Moscheen in Deutschland alleine 100 als „auffällig“, d.h. sie werden vom Verfassungsschutz zumindest näher begutachtet. Genug Spielraum für Anschlagsplanung und Rekrutierung bleibt da allemal.<br />
<strong><br />
Klare in der Faktenlage, etwas schwach in der Argumentation</strong></p>
<p>Auf den letzten zehn Seiten lässt das Buch leider stark in seiner Argumentation nach. Zum einen hat die Autorin zwar recht, wenn sie fordert, dass die Deutschen den gemäßigten Muslimen entgegenkommen müssen, um den extremistischen den Nährboden zu entziehen. Aber zuerst müssen die Muslime beweisen, dass sie wirklich gemäßigt und in politisch-gesellschaftlicher Hinsicht säkular sind. Indem sie sich z.B. von islamistischen Attentaten und anderen Verbrechen deutlich distanzieren. Indem sie über Lippenbekenntnisse hinaus den deutschen Rechtsstaat akzeptieren. Und indem sie aus ihrer Mitte heraus gesellschaftliche Vertreter ernennen, mit denen der Staat anders kooperieren kann, als mit den derzeitigen – zum großen Teil integrations- und demokratiefeindlichen – Islam-Verbänden. Annette Ramelsberger fordert: „Die Muslime, die den Terror verabscheuen, müssen verinnerlichen, dass die Menschen, die Bomben werfen, Terroristen sind und keine Brüder.“ Aber sie müssen es nicht nur verinnerlichen. Sie müssen es vor allem nach außen, der deutschen bzw. europäischen Gesellschaft zeigen.</p>
<p>Zum anderen droht die Autorin auf den letzten Seiten förmlich, dass Deutschland, vor allem durch das militärische Engagement in Afghanistan, spätestens seit 2007 gezielt durch Al-Qaida angegriffen wird. Dieser ‚apokalyptische Zeigefinger‘ wäre jedoch aufgrund der bis dahin im Buch geschilderten Fakten überhaupt nicht notwendig und verstört der Leser eher. Sinnvoller erschiene eine Ermutigung, wie mit dem psychologischen Terror der Islamisten ungegangen werden kann. Und wie eine kritisch-fordernde Haltung des Volkes und vor allem der Politiker gegenüber den Muslimen die eigenen Werte der Freiheit und Gleichheit stabilisiert.</p>
<p>Mit „Der deutsche Dschihad“ hat Annette Ramelsberger einen interessanten Beitrag zur Debatte über den Islam in Europa geleistet, der sich vor allem an den Laien wendet. Das Sachbuch besticht durch einen leicht lesbaren Stil, der die Vorgänge sehr plastisch darstellt, wenn auch einige inhaltliche Wiederholungen auftreten. Da nicht tief in die Diskussion politischer und gesellschaftlicher Konsequenzen eingestiegen wird, liegt die Stärke des Buches vor allem in der umfassenden Darstellung der Fakten. Die Autorin macht gut deutlich, dass Deutschland längst von Islamisten bedroht ist. Nicht nur zahlreiche finanzielle und logistische Vorgänge von Terrornetzwerken wie Al-Qaida und Ansar al-Islam finden hier statt. Wir sind längst das Ziel konkreter Anschlagsplanungen geworden.</p>
<p><em>Annette Ramelsberger: Der deutsche Dschihad. Islamistische Terroristen planen den Anschlag, Econ, 2008, ISBN: 3430300401, 16.90 € </em></p>
<p>Diese Rezension erschien auch auf <a href="http://www.buchtest.com/rezension/der_deutsche_dschihad.html">BuchTest.de</a></p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=buchtest.com-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3430300401&#038;md=1M6ABJKN5YT3337HVA02&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></td>
</tr>
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		</item>
		<item>
		<title>Buchkritik: Hatem Imran &#8220;Das islamische Wirtschaftsrecht&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-hatem-imran-das-islamische-wirtschaftsrecht/</link>
		<comments>http://theoconomy.de/buchkritik-hatem-imran-das-islamische-wirtschaftsrecht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 15:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

		<category><![CDATA[Islamic Finance]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Deckmantel eines alternativen Wirtschaftssystems fordert der Autor weltweite Einführung der Scharia und Islamisierung – solche Bücher müssten verboten werden! ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter dem Deckmantel eines alternativen Wirtschaftssystems fordert der Autor weltweite Einführung der Scharia und Islamisierung – solche Bücher müssten verboten werden! </strong></p>
<p>Islamic Banking, Scharia-konforme Geldanlagen und Petrodollar kursieren immer öfter durch unsere Medien. Sowohl im arabischen und asiatischen Raum, als auch in Europa wächst der Markt für muslimische Finanzprodukte enorm. Hatem Imran erklärt in „Das islamische Wirtschaftsrecht“ erstmals umfassend auf Deutsch die Vorschriften zu Zins, Spekulation, Vertrag und Kauf im Islam. Unter dem Vorwand eines gerechten Wirtschaftsystems bewirbt er jedoch die allgemeine Islamisierung.<br />
<strong> <span id="more-26"></span><br />
Zins, Spekulation, verbotene Güter</strong></p>
<p>Die Vorschriften des Islams zu Handel und Wirtschaftswesen leiten sich direkt aus dem Koran und den Aussagen und Handlungen Mohammeds (Sunna) her. Am bekanntesten ist das Verbot des Zins‘, da dieser eine Mehrleistung ohne Gegenwert darstelle. Außerdem müssen bei Geschäften „im Namen Allahs, des Gnädigen, Barmherzigen …“, die Verhältnisse von Ware und Preis, respektive Gewinn, sehr klar sein. Spekulation ist nur in begrenztem Maße möglich, wenn alle Beteiligten an Gewinn und Verlust partizipieren. Außerdem ist der Handel mit Gütern wie Schweinefleisch und Alkohol, die nach der Scharia (islamisches Recht) verboten sind, untersagt, ebenso wie Glücksspiel, Pornografie und Prostitution. Hatem Imran – selbst Muslim – erklärt all jene Verbote und die Möglichkeiten islamischen Wirtschaftens an Koranzitaten, Sunna und Fatwas (islamische Rechtsgutachten). Auch gibt er dem Muslim konkrete Handlungshilfen vom zinslosen Konto bis hin zum zinslosen Darlehen für den Hausbau.<br />
<strong><br />
Quellenwahl und persönliche Ausrichtung</strong></p>
<p>Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Buch allerdings sehr fraglich. Der Autor verwendet nahezu ausschließlich islamische Fachliteratur und beschränkt sich so auf eine Innensicht des Systems. Dies verwundert, da der Text an der Fachhochschule München als Diplomarbeit anerkannt wurde. Ein wissenschaftlicher Anspruch müsste jedoch die Einbeziehung neutraler Experten fordern.</p>
<p>Besonders kritisch ist einzuschätzen, dass Hatem Imran eine Koranübersetzung des „Islamischen Zentrums München“ benutzt. Dieses vertritt einen streng konservativen Islam und steht der „Muslim-Bruderschaft“ nahe, die wiederum für die weltweite Verbreitung des politischen Islams steht. Begründer des „Islamischen Zentrums München“ war Said Ramadan, der 1948 in Palästina kämpfte und zu den führenden Aktivisten der „Muslim-Bruderschaft“ zählte. Deren Begründer, Hassan al-Banna, war Said Ramadans Schwiegervater. Und zu seinen Freunden zählte Sayyid Qutb, der Vordenker terroristischer islamistischer Organisationen, Osama bin Ladens und der weltweiten Einführung der Scharia.</p>
<p>Die zitierten Koranstellen unterscheiden sich zwar nicht maßgeblich von der wissenschaftlich fundierten Übersetzung des Korans durch Rudi Paret, Hatem Imran gibt so aber viel von seiner persönlichen Einstellung preis. Seine Auslegung des Islams und der Scharia ist immer eine sehr traditionelle und strenge.</p>
<p><strong>… scheinbar gerecht…</strong></p>
<p>Von Anfang an hat der Leser das Gefühl, eine Werbebroschüre mit ausführlichem AGB-Teil in den Händen zu halten. Die islamische Wirtschaft sei das gerechte System. Beim Gedanken an die Armut in islamischen Ländern steigt jedoch der Eindruck, dass der Autor zu einer völligen Fehleinschätzung kommt. Selbst die Rentenökonomien der Öl-exportierenden-Länder können das nicht ändern, wie der „Arab Human Development Report“ (AHDR) und andere Studien regelmäßig zeigen. Schon Maxime Rodinson schrieb 1968 in seinem Werk „Islam und Kapitalismus“: „Der grundsätzliche Widerstand des Islam gegen den Kapitalismus ist ein Mythos, gleichgültig ob diese These in guter oder böser Absicht vorgetragen wird.“ Der Orientalist zeigte auf, dass der Islam zu einer starken Ökonomisierung des arabischen Raums beitrug und nicht gerade zur Solidarität mit wirtschaftlich Schwächeren.<br />
<strong><br />
Der Islam und sein Allherrschaftsanspruch</strong></p>
<p>Die ausführliche Darstellung Hatem Imrans der nach der Scharia erlaubten Handelsmethoden zeigen ganz deutlich, wie der Anspruch einer Religion, das komplette Leben ihrer Anhänger zu regulieren, scheitern muss. Der Autor bezeichnet mit seiner konservativen Auslegung die Mittel, z.B. den verbotenen Zins zu umgehen, zwar als völlig andere Denk- und Handlungsweise, es ist aber nichts anderes als Verbotsumgehung durch andere Benennung. Die islamische Geschichte hat unzählige Literatur zur Umgehung des Zinsverbotes (arab.: Hila) hervorgebracht. So darf z.B. der Verkäufer bei einer Bezahlung in Raten keinen Zins, aber einen erhöhten Preis verlangen – was im Endeffekt das gleiche ist. Ein anderes Beispiel ist das islamischer Banken: Sie dürfen nur zinslose Produkte anbieten, die Spekulation unterliegt strengen Regeln und die Investition in Unternehmen, die mit nach der Scharia verbotenen Gütern, wie z.B. Schweineprodukten oder Alkohol, handeln ist verboten. Allerdings reicht den überwachenden Scharia-Advisory-Boards oft eine 70/30-Regelung, d.h. nur 70 % der Finanzprodukte müssen islamische korrekt sein. Außerdem bleibt eine rein islamisch handelnde Bank als Tochterunternehmen z.B. der Deutschen Bank immer noch eine Firma, die einer anderen – nicht Scharia-gerechten – gehört. Der Regelungsanspruch des Islams zwingt also seine Anhänger dazu, die eigenen Vorschriften ständig zu umgehen und zu brechen – ein erbärmliches Armutszeugnis!<br />
<strong><br />
Verbreitung des Islams unter falschem Vorwand</strong></p>
<p>Immer wieder wird von ihm das islamische Wirtschaftssystem als ein alternatives zum westlichen Kapitalismus bezeichnet. Angeblich gerechter und nachhaltiger, offeriert der Autor die Grundsätze der Scharia. Nur ganz nebenbei erwähnt er z.B.: „Der Umgang mit ‚Materie‘ kann also keinesfalls unter rein ökonomischen Gesichtspunkten, losgelöst von […] religiösem Bekenntnis gesehen werden.“ An anderer Stelle erläutert er den starken Einfluss des Staates im islamischen Wirtschaftsystem: „Eine Trennung von Religion, Politik und Wirtschaft ist in der islamischen Vorstellung undenkbar.“ Soziale Werte seien in einem säkularen Staat nicht umsetzbar, „weil dort religiöse Werte vom wirtschaftlichen Feld getrennt betrachtet würden.“ Mit anderen Worten: Hatem Imran fordert hier eine Einführung der Scharia in der ganzen Welt! Er bestätigt dies auch später, wenn er die Möglichkeiten einer islamischen Wirtschaft im kapitalistischen Umfeld mit Zins erörtert: Es müsse „langfristig ein Wirtschaften ausschließlich im Rahmen der eigenen [islamischen] Möglichkeiten erreicht werden.“</p>
<p>Das Buch entspricht der Vorgehensweise der „Muslim-Bruderschaft“ bei der Unterwanderung unserer freien Gesellschaften. Unter dem Deckmantel der Friedlichkeit wird versucht, Muslime und Nichtgläubige für die eigenen Ziele zu instrumentalisieren. Unfassbar, dass ein solch unverhohlener Anspruch auf die Islamisierung des Westens als wissenschaftliche Arbeit anerkannt wird!</p>
<p><em>Hatem Imran: Das islamische Wirtschaftsrecht. Normen und Prinzipien eines alternativen Wirtschaftsystems, Salzwasser Verlag, 2006, ISBN: 3937686630, 29.90 €</em></p>
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		<title>Buchkritik: Udo Ulfkotte &#8220;Heiliger Krieg in Europa&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-udo-ulfkotte-heiliger-krieg-in-europa/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 19:06:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

		<category><![CDATA[Islamic Finance]]></category>

		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Umfangreiche Fakten und scharfsinnige Analyse der Islamisierung Europas – eine mutiges und sehr wichtiges Buch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Umfangreiche Fakten und scharfsinnige Analyse der Islamisierung Europas – eine mutiges und sehr wichtiges Buch!</strong></p>
<p>„Keine andere Gruppe hat es in den zurückliegenden Jahrzehnten so gut wie die Muslimbruderschaft verstanden, ein legales und auch ein illegales Netzwerk von Geldzuflüssen zu schaffen. Mit schier unerschöpflichen Finanzmitteln ausgestattet, hat es die Organisation von Südafrika bis zum Nordkap und von den Vereinigten Staaten über Russland bis nach Asien geschafft, die Deutungshoheit über den Islam zu erlangen. Es sind ihre Vordenker, die Fatwen [islamische Rechtsgutachten] erlassen. Es sind ihre Vordenker, die überall in Europa unter mehr als hundert verschiedenen Namen muslimischer Organisationen auftreten. Es sind ihre Vordenker, die Politikern entweder Frieden versprechen oder auch zu Großdemonstrationen aufrufen können.“ <span id="more-65"></span></p>
<p><strong>Die Islamisierung Europas</strong></p>
<p>Der terroristische Islam ist jeden Tag Thema in den Medien. Anschläge in Irak und Afghanistan, der 11. September 2001, Kofferbomber in Deutschland, die Anschläge von Madrid und London. Doch auch auf politischer Ebene breitet sich die Religion Allahs in Europa mit raschem Tempo aus. Nur das dies kaum einer mitbekommt oder aber nicht wahrhaben will. Udo Ulfkotte ist einer der besten Kenner des politischen Islam, wie kaum ein anderer weiß er über Organisationen, Personen und deren Verstrickungen bescheid. Um die Systematik der islamistischen Unterwanderung Europas darzustellen, hat der Autor nun Hunderte von Fakten zusammengetragen, mit führenden Mitgliedern der Muslimbruderschaft gesprochen und alles sorgfältig aufbereitet.</p>
<p>„Entgegen den vielen Selbstbezichtigungen der Europäer bei der Erforschung der Gründe für das Anwachsen des radikalen Islam ist es falsch, diese in sozialen Ursachen zu sehen. Es ist vielmehr ein ideologischer Kampf – der ‚Kampf der Kulturen‘ –, den viele nicht wahrhaben und verdrängen wollen.“</p>
<p>„Heiliger Krieg in Europa“ beginnt mit der ausführlichen Dokumentation des Unrechtes, das täglich in Europa geschieht. Es geht jedoch nicht um Unrecht gegenüber den Immigranten, sondern vielmehr um das, was Udo Ulfkotte den „umgekehrten Rassismus“ nennt: Die Einrichtung von Sonderrechten für Muslime, wie z.B. schariakonformen Stränden. Dies fördert aber nicht nur nicht die Integration, sondern grenzt stattdessen die einheimischen Europäer aus. Die Ausnahmen werden also nicht nur dem geltenden Recht hinzugefügt, sondern beschränken dieses und verbieten europäische Traditionen. Hinzu kommen die unzähligen kleinen und großen Verbrechen, die von Muslimen in Europa begangen werden. Mit der Entschuldigung des kulturellen Hintergrundes erhalten sie dafür Strafmilderungen – sei es ein Ehrenmord oder die grausame Beschneidung junger Mädchen. Wer diese endlosen Fälle liest, kann durchaus verstehen, warum Islamisten den ‚Freien Westen‘ für seine Feigheit verachten und an den Siegeszug des Islam glauben.</p>
<p><strong>Die Muslimbruderschaft</strong></p>
<p>Udo Ulfkotte verdeutlicht mittels seiner Datensammlung, dass die radikale Muslimbruderschaft all jene Rechtsfälle, Demonstrationen und Anschläge systematisch organisiert. Ob es nun um die Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen oder die Regensburger Papstrede geht. Ein Großteil der muslimischen Organisationen ist längst von der Muslimbruderschaft unterwandert bzw. kontrolliert. Somit hat sie die Deutungshoheit über den Islam in Europa erreicht – und nicht nur dort. Auch der islamistische Terror der dritten Einwanderergeneration in Europa entsteht nach Recherchen des Autors nicht spontan aus einen Gefühl der Unterdrückung und Chancenlosigkeit. Stattdessen werden die – immer gut situierten und hervorragend gebildeten – jungen Männer gezielt durch die Muslimbruderschaft und ihre Tarnorganisationen angeworben und koordiniert. Es handelt sich also nicht immer um al-Qaida, auch wenn die beiden islamistischen Organisationen auf vielen Feldern zusammenarbeiten. Im Kampf gegen den westlichen Feind überwindet die Muslimbruderschaft sogar die tiefe islamische Spaltung in Schiiten und Sunniten. Ob nun sunnitische Hamas oder schiitische Hisbollah – sie bekommen alle Geld und organisatorische Unterstützung.</p>
<p><strong>„Nicht anderes ist es mit dem Wort ‚Toleranz‘. Toleranz aus der Sicht der Muslimbruderschaft bedeutet Duldung der Unterworfenen als Gedemütigte und Erniedrigte, also als Bürger zweiter Klasse – ‚Dhimmis‘.“</strong></p>
<p>Dabei fährt die Muslimbruderschaft eine Doppelstrategie. Einige ihrer Unterorganisationen sind angeblich friedlich und demokratiekonform. Sie verurteilen die terroristischen Anschläge der anderen Organisationen, die allerdings auch von der Muslimbruderschaft kontrolliert werden. Außerdem wird so ein Bild von großer islamischer Pluralität suggeriert – die wiederum ein großes Problem für europäische Politiker bildet. Mit einer sehr breiten Basis bei den Muslimen finanzieren sich diese Organisationen vor allem über den Betrug in den unzähligen Callshops. Aber auch das shariagerechte ‚Islamic Banking‘ mit seiner neuen Währung – dem islamischen Golddinar – führt ungeheure Geldströme in die Hände der Terroristen. Eine umfassende Überwachung der islamistischen Umtriebe ist den Sicherheitsbehörden und -kräften nicht möglich, zumal die Politik sie ständig im Stich lässt. Angebracht wären vorbeugende politische Maßnahmen, ohne die Angst als ausländerfeindlich zu gelten. Außerdem muss die Europäische Union gemeinsame Methoden und Mittel finden, um gegen den politischen Islam vorzugehen. Ein erster Schritt wäre, die zum großen Teil von der Muslimbruderschaft indoktrinierten Muslime, die die EU beraten, zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen.</p>
<p><strong>Daten &#038; Analyse in gekonnter Kombination</strong></p>
<p>Mit „Heiliger Krieg in Europa“ hat Udo Ulfkotte wieder einmal eine umfangreiche Datensammlung vorgelegt, die jedem Vertreter eines freien Europas als Argumentationsgrundlage dienen kann. Auch dieses Werk profitiert von den guten Kontakten des Autors zu Sicherheitskreisen und Geheimdiensten. Eines seiner letzten Bücher zum Thema, „Der Krieg in unseren Städten“, musste Udo Ulfkotte aufgrund unzähliger Klagen von Muslimen vom Markt nehmen. Die dort geschilderten Fakten beruhten oft auf geheimen Dokumenten, die vor Gericht nicht verwendet werden durften. Daraus hat der Autor gelernt und er benutzt nur öffentlich zugängliche Dokumente und eigene Recherchen. Umso bedrohlicher, dass er trotzdem so viel aufzählen kann. Doch Udo Ulfkotte bleibt nicht beim Aufzählen. In beeindruckender Weise verknüpft er vor allem auf den letzten 100 Seiten des Buches seine Erkenntnisse und liefert eine tiefgehende Analyse. Man kann nur dankbar sein, dass es noch solche mutigen und klar denkenden Kämpfer für unsere Freiheit gibt. Hoffen wir, dass unsere Politiker fähig sein werden, sie zu schützen, so dass sie nicht von fanatischen Muslimen abgeschlachtet werden, wie es dem Islamkritiker Theo van Gogh erging. Bleibt nur noch mit den Worten des Autors zu schließen: „Demokratie muss wehrhaft sein, wenn sie für die kommenden Generationen erhalten werden soll. Wir alle sind aufgerufen, die Werte, die uns wichtig sind, die Freiheit und unsere demokratische Kultur offensiv gegen ihre Feinde zu verteidigen.“</p>
<p><em>Udo Ulfkotte: Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht, Eichborn, 2007, ISBN: 3821855770, 19.90 € </em></p>
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		<title>Buchkritik: Maxime Rodinson, Bassam Tibi &#8220;Islam und Kapitalismus&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-maxime-rodinson-bassam-tibi-islam-und-kapitalismus/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 18:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn auch der marxistische Ansatz längst überholt ist – das Grundlagenwerk zur wirtschaftlichen Dimension des Islam!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn auch der marxistische Ansatz längst überholt ist – das Grundlagenwerk zur wirtschaftlichen Dimension des Islam! </strong> </p>
<p>Der Nahe und Mittlere Osten, eigentlich die ganze islamische Welt, liegt heute wirtschaftlich weit hinter Europa, den USA oder Ländern wie China und Indien zurück. Der von der UN herausgegebene „Arab Human Development Report“ dokumentiert dies seit 1999, seit 2002 sogar jährlich: Miserable Bildung, schlechte wirtschaftliche Infrastruktur, kein freier Markt. Schon 1966 hat sich der Orientalist Maxime Rodinson ausführlich mit der Frage beschäftigt, ob der Islam als Religion die Schuld daran trägt. Denn in den islamischen Ländern hatte einst ein blühender Handelsmarkt existiert: „Die mohammedanische Welt hat nicht nur einen kapitalistischen Sektor gekannt, sondern dieser Sektor war wahrscheinlich auch der am weitesten ausgedehnte und der entwickeltste vor der Entstehung des Welthandels, wie ihn die westeuropäische Bourgeoisie schuf, und dieser übertrifft ihn nicht vor Beginn des 16. Jahrhunderts.“  <span id="more-54"></span></p>
<p><strong>Fragestellung &#038; Antwort</strong></p>
<p>Maxime Rodinson erarbeitet sich mit ausführlichem Stellenkommentar zu Koran und Sunna, Textzeugnissen und Fatwas (islamische Rechtsgutachten) die Verbote und Gebote Allahs. Grundsätzlich sind Privateigentum, Handel, Erben und Lohnarbeit erlaubt, untersagt hingegen der Handel mit unreinen Produkten wie Schweinen oder Alkohol, Versteigerungen und andere Geschäfte, bei denen das Verhältnis von Ware und Gewinn nicht definiert ist. Außerdem ist der riba, also Zins verboten, allerdings streiten sich die Rechtsgelehrten bis heute, welche Art von Zins gemeint ist. Dadurch hat sich eine umfangreiche Literatur zum Umgehen der koranischen Verbote herausgebildet, wie der Autor an zahlreichen Beispielen der islamischen Geschichte zeigt. Zugleich umgehen die meisten muslimischen Unternehmer die Abgabe der Almosensteuer, eigentlich auch von ihrem heiligen Buch vorgeschrieben.</p>
<p>Das vorislamische Mekka war geprägt durch starken Handel und zinstragende Darlehen, so wie auch der Prophet Mohammed Händler war. Durch die Islamisierung der arabischen Stämme erfolgte die Erschließung von bisher unzugänglichen Regionen, außerdem wurden alle Gesellschaftsschichten eingebunden und völlig neue Waren kursierten. Eine bis dahin unerreichte Ökonomisierung der Gesellschaft mit mehr Privateigentum trat ein, sogar umfangreicher als im Römischen Reich. Im Gegensatz zu China und Japan, die Maxime Rodinson aufgrund der ähnlichen soziokulturellen Bedingungen immer wieder zum Vergleich heranzieht, schaffte der Nahe und Mittlere Osten jedoch nicht den Sprung, vom Reichtum im Mittelalter zu einem funktionierenden modernen Kapitalismus. Aus der anfänglich sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung der islamischen Gebiete schließt der Autor, dass nicht der Islam jenen Fortschritt verhinderte. Stattdessen seien soziale und politische Faktoren ausschlaggebend gewesen, nicht zuletzt der europäische Kolonialismus: „Die europäische Überlegenheit erzwang das Eindringen europäischen Kapitals, und dieses begann, den mohammedanischen Orient zu industrialisieren. Das einheimische Industriekapital entwickelte sich nur nach dem Vorbild es europäischen Kapitalismus, es ahmte nach und ließ sich in der Regel beherrschen.“ Maxime Rodinson übersieht dabei aber, dass der Kolonialismus nur entstehen konnte, als die islamischen Länder schon wirtschaftlich und militärisch unterlegen waren.<br />
<strong><br />
Der Autor und sein Ansatz</strong></p>
<p>Schon der Titel „Islam und Kapitalismus“ verrät den marxistischen Ansatz und die Anspielung auf Max Webers Theorie zur Wechselwirkung des europäischen Kapitalismus mit der protestantischen Arbeitsethik. Maxime Rodinson (1915-2004) ist der breiten Öffentlichkeit kaum ein Begriff, unter Islamwissenschaftlern hat er jedoch eine herausragende Stellung inne. Zwar Jude, war er dem jüdischen Glauben fern und wandte sich aktiv gegen die zionistischen Bestrebungen in Israel. Nach vielen Jahren in der Kommunistischen Partei kehrte er auch dieser den Rücken, um ihren Dogmen zu entgehen, allerdings ohne seine sozialistische Einstellung jemals aufzugeben. Als Marxist erschließt er sich die Gesellschaft über Wirtschaft und Klassenphänomene, Klassenkampf-Vokabular prägt seine Schreibweise. Immer schwingt ein marxistisches Gerechtigkeitsparadigma mit, er will Privilegien abschaffen und strebt den Sozialismus an. Gleichzeitig grenzt er sich immer wieder von sowjetischen Autoren und Islamwissenschaftlern ab. Stattdessen ermöglichen ihm seine Erfahrungen im libanesischen Exil und sehr gute Arabischkenntnisse ausführliche Quellenstudien, durch die er eine Art Introspektive der islamischen Literatur auch für sein Schreiben übernimmt.<br />
<strong><br />
Der zeitliche Kontext</strong></p>
<p>Als das Buch 1966 auf Französisch erschien, war die Literatur zum Islam und Nahen und Mittleren Osten geprägt von kolonialer Sichtweise und Vorurteilen. „Orientalismus“ von Edward Said musste noch geschrieben werden, als Maxime Rodinson mit dem Bild des „homo islamicus“ aufräumen wollte. Heute herrscht natürlich ein viel differenziertes Bild vom Islam und seinen regionalen Ausprägungen vor. Zum anderen ist heutzutage der marxistische bzw. sozialistische Ansatz längst überholt. Man darf nicht unterschätzen, dass zum Erscheinungszeitpunkt die UdSSR noch existierte, der Kalte Krieg war in vollem Gange und die islamische Revolution im Iran hatte noch nicht stattgefunden, ganz zu schweigen vom 11. September 2001. Heute setzen die Golfstaaten durch den ständig steigenden Erdölverbrauch Milliarden um und das schariakonforme Islamic Banking gilt als einer der Zukunftsmärkte. Diese Fakten konnte der Autor natürlich noch nicht berücksichtigen und es stellt sich die Frage, ob seine Argumentation heute etwas kritischer wäre.</p>
<p>Auch müsste ein Sachbuch zum diesem Thema derzeit wesentlich konzentrierter gefasst werden. So dreht sich das letzte Kapitel – immerhin 50 Seiten –fast nur um das marxistische Menschen- und Gesellschaftsbild und auch sonst schweift Maxime Rodinson gerne weit ab. An einigen Stellen macht dies auch Sinn, wenn er z.B. religiöse Thematiken, wie das alttestamentarische Verhältnis von Vernunft und Glaube thematisiert, oder den Koran als Wirtschaftsbuch und Allah als den perfekten Kaufmann, der mit den Menschen im Vertrag steht, interpretiert. Viele seiner Erkenntnisse sind auch höchst aktuell, so versuchen bestimmte Organisationen als Konkurrenz zu Dollar und Euro den islamischen Golddinar wieder einzuführen, da dies die einzige von Mohammed erlaubte Währung sei: „Gott hat die beiden Mineralien, das Gold und das Silber, geschaffen, damit sie als Wertmaßstab für jegliche Anhäufung von Reichtümern dienen.“ Mit dem E-Dinar (www.e-dinar.com) gibt es bereits jetzt ein elektronisches Zahlsystem, dass sich auf diese Gold- und Silberdeckung stützt.</p>
<p>In der Nachfolge von Maxime Rodinson stehen vor allem Autoren wie Gilles Kepel und Oliver Roy. Mit ihrer soziologischen Sichtweise erklären sie islamische Phänomene sehr ähnlich, allerdings ohne das sozialistische Dogma ihres Vorgängers. Auch Dan Diner arbeitet mit diesem Ansatz, wenn er z.B. das Ausbleiben technischer Innovationen in der islamischen Welt am Geldüberfluss durch das Erdöl und der späten Einführung des Buchdruckes festmacht.</p>
<p>Schließlich zeigt „Islam und Kapitalismus“ deutlich die Schwächen des marxistischen Ansatzes, Gesellschaftsphänomene über wirtschaftliche Faktoren und Kassenmodelle zu erklären: Während es laut Maxime Rodinson keine Korrelation von Islam und Wirtschaft gibt, hat der politische Islam und der extremistische Islamismus einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft – ob nun im Nahen und Mittleren Osten, oder hier in Europa. Ein Faktor, den der Autor mit seiner Herangehensweise massiv unterschätzt hat.</p>
<p><em>Maxime Rodinson, Bassam Tibi: Islam und Kapitalismus. , Suhrkamp, 1966 franz. Original, 1971 dt., akt. 1986, ISBN: 3518281844, 10.00 € </em></p>
<p>Diese Buchkritik erschien auch auf <a href="http://buchtest.com/rezension/islam_und_kapitalismus.html">BuchTest.de</a></p>
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		<title>Buchkritik: Dan Diner &#8220;Versiegelte Zeit&#8221;</title>
		<link>http://theoconomy.de/buchkritik-dan-diner-versiegelte-zeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Jan 2008 17:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Struening</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Interessanter Erklärungsansatz – leider ohne die nötige Konesequenz aus Fakten Schlüsse zu ziehen! 
Warum wird in der arabisch-islamischen Welt die Meinungs- und Pressefreiheit missachtet? Warum gibt es dort keine funktionierende Demokratie? Warum wird immer wieder gegen die Menschenrechte verstoßen? Sind die Länder des Nahen und Mittleren Ostens so rückständig und ist der Islam daran schuld? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interessanter Erklärungsansatz – leider ohne die nötige Konesequenz aus Fakten Schlüsse zu ziehen! </strong></p>
<p>Warum wird in der arabisch-islamischen Welt die Meinungs- und Pressefreiheit missachtet? Warum gibt es dort keine funktionierende Demokratie? Warum wird immer wieder gegen die Menschenrechte verstoßen? Sind die Länder des Nahen und Mittleren Ostens so rückständig und ist der Islam daran schuld? Fragen, die zu heißen Debatten und unterschiedlichsten Ansätzen führen. <span id="more-7"></span><br />
<strong><br />
Soziokulturelle Gründe</strong></p>
<p>So z.B. der Standpunkt, wie ihn der Historiker Dan Diner vertritt: Er sucht nach den Ursachen für den Stillstand in der islamischen Welt vor allem in den gesellschaftlichen und soziokulturellen Bedingungen, nicht aber in der Religion selbst. Das Vorhandensein eines Rückstandes in der Region macht er an dem seit 2002 jährlich durch die Vereinten Nationen herausgegebenen ‚Arab Human Development Report’ fest, der den arabisch-muslimischen Staaten ein starkes Bildungsdefizit vorhält. Als Gründe für diesen Rückstand sieht Dan Diner vor allem die sakrale Versiegelung des Hocharabischen, das als Sprache des Koran nicht verändert werden darf. Die späte Einführung des Buchdruckes verlangsamte zudem die Wissensverbreitung und durch den Erdölreichtum ist Arbeiten und damit verbundener Wissenserwerb nicht vorrangig. Auch wird der gesellschaftliche Idealzustand in der Vergangenheit gesehen, zu Zeiten des Propheten Mohammed und der vier rechtgeleiteten Kalifen. Die dadurch implizierte Rückwärtsgewandtheit blockiere die Entwicklung, so der Autor.</p>
<p><strong>„1924 ist das Schlüsseljahr zum Verständnis der Krise der islamischen Welt.“<br />
</strong><br />
Dan Diners Fehlersuche bleibt auf die Auswirkungen beschränkt und greift damit viel zu kurz. Immer wieder weist er darauf hin, dass der Islam der Schlüssel zum Verständnis ist, benutzt ihn aber nicht. So z.B. wenn er von 1924 und der Gründung der Türkischen Republik durch Kemal Atatürk spricht oder richtig feststellt: „Dies schon allein deshalb nicht, weil der Islam in seiner Bedeutung als Gesetzesreligion auch eine Religion der Herrschaft, also eine politische Religion ist.“ Desweiteren unterschlägt Dan Diner Modernisierungen der Sprache, wie etwa das in den Medien häufig verwendete Modern-Hocharabisch. Schließlich bieten seine Definitionen zwar sinnvolle Ansätze, bleiben aber leider schwammig:  „Mit Säkularisierung ist auch die kognitive Durchdringung und intellektuelle Aneignung der Lebenswelten gemeint, die dem Menschen ansonsten fremd und unverstanden gegenüberstehen.“</p>
<p><strong>These greift zu kurz</strong></p>
<p>Insgesamt bleibt ‚Versiegelte Zeit’ ein sehr interessanter Ansatz, dem auch seine halbwissenschaftliche Essayform sehr gut bekommt. Dennoch fehlt an vielen Stellen die nötige Konsequenz, aus den dargebotenen Fakten entsprechende Schlüsse zu ziehen.</p>
<p><em>Dan Diner: Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt, Propyläen Verlag, 2005, ISBN: 3549072449, 22.00 € </em></p>
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